Welche Erfahrungen sammelt ihr (Pädagogen, Eltern...) in der Praxis mit Kindern, wenn sie sich mit der Fiktion Meander befassen?

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Kommentare: 8
  • #1

    Darshana (Dienstag, 23 August 2016 21:27)

    Möchte mit euch teilen, dass ich am Mittwoch und heute "MEANDER" als Angebot auf dem Plan hatte.
    Jetzt gibt es einen echten MEANDER FANCLUB bei uns und alle möchten gerne wissen, wann das Buch denn endlich veröffentlicht wird, damit es die Eltern oder Kinder kaufen können.
    "Gibt es einen 2. Band und wann schreiben wir den?"
    Eine Mutter hat schon angeboten, den Text ins russische zu übersetzen.
    Es ist wirklich so, dass die Kinder heimgehen und von unserer Lesestunde und MEANDER erzählen.
    Es bleibt verblüffend was sie sich alles behalten und wie toll sie es finden, was MEANDER alles auf ihrer Reise erlebt!
    Einige erkennen sich als MEANDER und der größte Teil kennt die Farben der Reihenfolge nach, hoch und runter
    Es braucht jetzt Zeit um weiter und tiefer mit den Kindern in das Thema einzusteigen und im Alltag einen Bezug herzustellen.
    Das gefällt ihnen und wenn es einen Streit gibt, kann ich sie auf die Farbe rot hinweisen und nach Lösungsmöglichkeiten fragen.
    Ich habe den Inhalt teilweise selbst von den Kids lesen lassen und bin bis heute verblüfft und erstaunt, wie toll sie das gemacht haben.
    Selbst ein Kind die gerade die 1. Klasse abgeschlossen hat, wollte nicht mehr aufhören vorzulesen.
    Schwierige Begriffe......überhaupt kein Problem, einmal gehört und gelesen der Rest ging flüssig!
    Die Fragen und Ideen dazu sind manchmal umwerfend und einmalig.
    Und die Geschichte bewegt spürbar.
    Mit einigen Kindern kann ich sogar eine von ihnen erlebte und erzählte Situation so aufgreifen, dass ich nur die Farbe des Mems benenne und sie können es einordnen und sie wissen was ich meine.
    Die Kids sind einfach in der Spirale und bewegen sich mit ihr!!!
    Bei uns ist sie jedenfalls schon fest installiert und die Farben sind ein Begriff!

    Darshana

  • #2

    Claudine (Samstag, 27 August 2016 18:17)

    Deine Erfahrungen mit den Kindern, Darshana, sind äußerst spannend und es freut mich sehr zu hören, wie klug und schnell sie mit den vMemes in Resonanz gehen. Auch ist es wertvoll zu hören, wie du als Erzieherin eine direkte Anwendung und ein unmittelbares Umsetzen der Fiktion im Alltag mit ihnen findest. So können Pädagogen und Eltern eine gemeinsame Sprache entwickeln, die allen hilft, Situationen, Verhaltensweisen und Emotionen schnell und präzis einzuordnen, ohne Abwertung und Stecken bleiben in Schuldgefühlen. Das Verständnis durch die Memes hilft dann für den Moment passende Lösungsansätze gemeinsam mit den Kindern zu entwickeln. So erfahren sie sich als mitverantwortlich für die Situation und übernehmen auch die Verantwortung für ihre Gefühle und Verhaltensweisen.

    Mir ist bewusst, dass es auch sehr an dir liegt, Darshana, in der Art wie du "Meander" einsetzt, voller Begeisterung und kreativ. Darauf reagieren die Kinder natürlich auch. Dies gilt denke ich für alles was wir mit Kindern (aber mit Erwachsenen) gestalten und tun. Wenn wir nicht dahinter stehen, spüren sie es und sind weniger erreichbar.

    Es bleibt spannend zu hören bzw. zu lesen, welche weitere praktische Erfahrungen Eltern und Pädagogen mit Meander sammeln werden.

    Für Rückmeldungen sind wir dankbar, Nur so können wir die Wirksamkeit der Fiktion und des pädagogischen Buchs überprüfen.

    Liebe Grüße
    Claudine

  • #3

    Christine und Mira (Mittwoch, 07 September 2016 16:05)

    Chrsitine zu Rückmeldungen ihrer Tochter, 14 Jahre alt.

    Grundsätzlich fand sie die Geschichte gut und flüssig lesbar. Sie schien recht zufrieden nach dem lesen. ..Die Bilder haben ihr als Kreative sehr gut gefallen – auch die kräftigen Farben. ..Toll fand sie am Ende das Bild mit der Erde!

    Mira findet es wichtig, dass die Geschichte auf jeden Fall von einem Lehrer begleitet gelesen wird, weil die Kinder sicherlich Rückfragen
    haben werden und manches in der Handlung sowie in der Wortwahl Erläuterung benötigt bzw. auch verwirrt.

  • #4

    Claudine (Mittwoch, 07 September 2016 16:09)

    Vielen Dank für die Rückmeldungen von Mira!
    Ihre Anmerkung, dass das Lesen des Buchs von einem Lehrer (bzw.
    einem Erwachsenen) begleitet werden sollte, entspricht unserer Intention und den Erfahrungen, die Darshana mit den Kindern im Hort sammelt.

    Auch wird für mich bei der Rückmeldung von Mira deutlich, dass das Buch nicht „am Stück“ von Kindern bzw. Teens gelesen werden sollte, da
    es insgesamt doch sehr inhaltsreich ist und auf subtiler Weise viele Dimensionen des Seins entspricht. Es könnte überfordern. Sinnvoll ist eine
    sensible und behutsame Begleitung durch die einzelnen Wertesysteme, sodass nach dem Lesen der einzelnen Stufen zuerst eine Reflexion und Vertiefung durch Übungen den Kindern angeboten werden, und nicht einfach weiter vorpreschen. Also auch hier die Zeit und den Raum geben, sich mit den einzelnen Stufen zu verbinden.
    So ist auch das Buch konzipiert, nach jeder Entwicklungsstufe werden wir eine Einladung zum Austausch und zur Übertragung auf sich selbst.

  • #5

    Christine (Mittwoch, 07 September 2016 16:10)

    Dein zweiter Absatz enthält nochmal das Bewusstsein über die Verlangsamungskraft, die es braucht, um die vielfältigen Essenzen des Buchs zu vermitteln, oder mit anderen Worten, dein /euer Hinwenden zum Erforschen des Containers, in dem die Vermittlung stattfinden soll.
    Hat Kraft!

  • #6

    Darshana (Mittwoch, 07 September 2016 16:11)

    Ich habe die Geschichte mit den Kindern auch erstmal in Etappen gelesen und nicht in einem Rutsch durch!
    Erst zum Schluss und als Wiederholung haben wir es einmal ganz gelesen.
    Das war für unsere Viertklässler zum Ende des Übergangs in die 5. Klasse bzw. Gymnasium.
    Wenn Kinder die Graphic Novel besonders beim ersten Mal alleine lesen, würde ganz bestimmt viel verloren gehen und wichtige und interessante Fragen offen bleiben.
    Fragen gibt es immer und diese sind für Erwachsene hochinteressant!
    Ein kreatives Wechselspiel, das beide Seiten bereichern kann.
    Bei uns haben sich auch die Kinder mit 9 und 10 Jahren dafür interessiert!
    Ich weiß nicht, ob es damit zusammen hängt, dass wir eine innige Beziehung haben und schließe das nicht aus.
    Ganz sicher hat es die Mädels mehr interessiert als die Jungs.
    Ich würde sagen, je inniger die Beziehung, umso mehr das Interesse bei den Jungs. Die kleinen mehr als die größeren.

  • #7

    Marica (Donnerstag, 08 September 2016 15:37)

    Die Reaktionen von Christine, Kea und Mira finde ich äußerst aufschlussreich, mit einem wirklich großen Mehrwert. Ich habe vor einigen Tagen einem guten Freund gesagt, dass es jetzt -vor allen Dingen durch die Ergänzung der erlebnisintensiven Übergänge- fast unmöglich wird, Meander in einem Rutsch durchzulesen. Farbe für Farbe sollte erfahren werden, das Fragezeichen als Symbol wurde für mich zu einem Dreh- und Angelpunkt für „Open Mind“ und Empathie, um in die Geschichte durch viele Perspektiven/Türen und Reflektionen einzutauchen. Es ist fast wie eine dreidimensionale Skulptur, die es im Inneren, in sich selbst, zu ertasten und zu formen gilt, eine Formungsarbeit in jeder Farbebene.

    Dieses Wachstumsbild Meanders, in Volumen und Qualität, haben wir den vielen Anregungen zu verdanken, die wir bis jetzt eingesammelt haben. Vielen Dank an alle!

    Mira hat -obwohl sie betonte, dass es nicht ihr „Ding“ sei- die fordernde Komplexität Meanders gefühlt. Und gerade weil es nicht ihr „Ding“ ist, kann man ihr Fazit nicht hoch genug schätzen! Mira, du bist super! Ich freue mich schon darauf, wie du über Meander in einem weiterentwickelten Entwurf denken wirst! Da gibt es noch einige Überraschungen….
    Vielen Dank auch an dich Kea! Deine Fragen wurden größtenteils in der weiterentwickelten Version beantwortet.

    Christine, vielen Dank für dein zartes 'Treiben' der Kinder… ich freute mich darüber, dass du das Thema des weiblichen und männlichen Prinzips angesprochen hast. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich in Meanders Geschichte gerade „Anima“ eingebaut, als die Vernetzungsenergie, die gerade unseren Planeten, unser Zuhause, einspinnt und die Menschheit in einem noch nie dagewesenen Ausmaß verdichtet. Ich bin nicht vom Fach, aber ich hoffe, dass meine Zuordnung des 'Weiblichen' richtig ist: so, wie die Frau sich durch ihre Kinder vernetzt, gleich Nervensträngen, die Synapsen bilden - die Weitergabe von Impulsen, das Bahnen von Wachstumsenergie, stabile Durchlässigkeit.
    Ich fände es sehr cool, wenn ihr alle drei uns weiterhin in der Entstehungsgeschichte von Meander begleiten würdet.
    Vielen Dank!

  • #8

    Darshana (Sonntag, 11 September 2016 18:52)

    Meine bisherige Erfahrung mit MEANDER im Austausch:
    Kinder, die ja selbst in der Spirale sind und in der Zeitqualität "Jetzt" leben, interessieren sich sehr für die beschriebenen Entwicklungsstufen und finden es SEHR spannend.....auch wie die Geschichte weitergeht! Die Frage nach der Fortsetzung mit einem nächsten Buch wurde schon mehrmals gestellt ;)
    Bis jetzt habe ich noch keine(n) Erzieher(innen) oder Erziehungsmediatorinnen getroffen, die sich für das Buch oder das Thema interessiert hätten. Da stellt sich für mich die Frage:
    Was möchten Betreuer(innen) in der heutigen Zeit den Kindern beibringen oder vermitteln!?!
    Für mich gibt es diesbezüglich seit langem ein großes Fragezeichen!!!